r Memory of Princess Mumbi
Damien Hauser, Switzerland, Kenya, Saudi Arabia, 2025o
In 2093, young filmmaker Kuve travels to the remote village of Umata to document the aftermath of a devastating war that outlawed post-2040s technology and brought ancient kingdoms back to life. There he meets Mumbi, a local filmmaker who challenges him to make his film without relying on AI, using only his hands, eyes and heart. As Kuve searches for his own voice in this unplugged world he slowly begins to understand that even in a broken world there is beauty to be found in the small human moments we so often overlook.
Das ist ein Film, der Hoffnung macht: ein Werk, in dem sich Figuren, Technik und Imagination zu echtem Kinoglück verbinden. Das retrofuturistische Mockumentary spielt 2093 in Afrika und der Schweiz, wurde mit kleinem Team in Kenia gedreht und über Jahre hinweg mit gezieltem Einsatz von ergänzender KI zu einem bemerkenswerten Solitär geformt, der Damien Hauser 2025 ans Filmfestival von Venedig führte. Der 2001 in Zürich geborene kenianisch-schweizerische Regisseur begann früh zu filmen, gewann erste Preise und entwickelte sich über Ausbildung und Praxis zu einem ausgesprochen eigenständigen Filmemacher. Mit seinem vierten Langfilm gelingt ihm nun der internationale Durchbruch. Visuell beeindruckt der Film durch KI-erweiterte Schauplätze, die zwischen Fantasie und greifbarer Realität oszillieren. Entscheidend ist jedoch, wie organisch diese Bilder in improvisierte, dokumentarisch wirkende Szenen eingebettet sind. Im Zentrum steht die Beziehung zwischen dem Filmemacher Kuve und der Schauspielerin Mumbi, die sich während eines Filmprojekts über die Folgen eines Krieges näherkommen. Ihre Interaktionen verbinden gescriptete Handlung mit spontanen Reflexionen über das Filmemachen selbst. Die Handlung entfaltet sich in einem nach dem Krieg geteilten Afrika. Mumbi bringt eine kritische Haltung gegenüber KI ein, während Kuve und Hauser gerade mit deren Einsatz experimentieren. Gleichzeitig entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die durch Mumbis frühere Verlobung mit einem Prinzen in Konflikt gerät. Die Flucht der Liebenden führt sie in die Schweiz, wo Mumbi sich letztlich für Herkunft und Verpflichtung entscheidet - worauf der Film eine überraschende Wendung nimmt. Hauser verbindet unterschiedliche filmische Einflüsse zu einer eigenen Ästhetik. Die Stärke des Films liegt in der Verbindung von cineastischer Fantasie, technischer Experimentierfreude und emotionaler Wahrhaftigkeit. Hauser erzählt instinktiv, verspielt und ehrlich. Er arbeitet damit seinerseits an der Zukunft des Kinos.
Michael Sennhauser
