Jessica Forever
Caroline Poggi, Jonathan Vinel, France, 2019o
Jessica is the leader of a group of lost boys with a violent past who now seek peace and harmony. She is the only one to have ever brought them love and understanding. Their only wish is to create a world where they can live in peace together, and forever.
Man stelle sich eine Gruppe grosser Buben vor, die mit martialischer Verkleidung und Plastikgewehren um die Häuser ziehen und vorgeben, sie seien geächtete Kriminelle und müssten sich gegen eine Welt voller feindlicher Drohnen wehren. Als Anführerin würden sich diese Buben eine geheimnisvolle junge Frau namens Jessica vorstellen, die halb fürsorgliche Übermutter, halb Heldin ihrer feuchten Träume wäre und sie irgendwann auf eine Insel einlüde, wo ihre Wunden heilen und ihre Vergangenheit sie dennoch einholen würde. Just dieses Szenario entspinnt der erste lange Spielfilm des französischen Regiegespann Caroline Poggi und Jonathan Vinel, die als Zwanzigjährige über ihre gemeinsame Leidenschaft für Videospiele zusammenfanden: Low-Budget-Science-Fiction mit Game-Anleihen, die dieses Genre des futuristischen Firlefanzes auf seinen Kern reduziert. Man kann das naiven Kinderkram nennen, doch zeigt gerade die radikale Reduktion, dass Sci-Fi keine Frage des Budgets, sondern der Vorstellungskraft ist. Subtil zudem die ironischen Schlenker, wenn etwa einer der angeblich schweren Jungs zum Einschlafen doch sein vertrautes Kissen braucht, effektvoll die einfachen digitalen Effekte, verführerisch die Todessehnsucht, die im Grunde nur die Sehnsucht zarter Seelen nach Akzeptanz und Geborgenheit meint. Wer Jessica Forever gesehen hat, versteht die jugendliche Faszination für Videospiele ein ganzes Stück besser.
Andreas FurlerImparfait et limité par ses petits moyens, Jessica Forever mérite pourtant que l'on s'y intéresse de près. OVNI sorti de nulle part, poétique et exigeant, il défie les codes et s'inscrit dans une marge passionnante. De quoi nous donner l'envie de surveiller l'évolution de la carrière de ses deux réalisateurs. A voir quoi qu'il arrive.
Christophe FoltzerObjet hybride avec son scénario de film d’action et son esthétique dépouillée, ce premier longmétrage est une perche tendue à des publics que l’on voit rarement réunis : le film peut séduire des adolescents en quête d’univers inquiétants, mais aussi des cinéphiles et amateurs de nouvelles écritures.
Clarisse Fabre
